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Ich weiß nicht, ob ich die Ausdauer haben werde, die Geschichte zu beenden.
Und sie hat noch keinen richtigen Namen, es wäre also schön, wenn ihr mir vllt. welche vorschlagen könntet ^^
„...und sie lebten glücklich, bis an ihr Lebensende“, so endeten die meisten Märchen, die Elaine den Kindern vorlas. Wenn sie dann fertig gelesen hatte, setzte sie ihr “Alles ist so, wie in den Märchen- Lächeln“ auf und schickte die Kinder ins Bett. Monique sah ihr jedes Mal dabei zu (obwohl Elaine davon nichts wusste) und wusste, wie sehr Elaine doch gern selbst daran glauben würde, dass alles so, wie in den Märchen passieren würde. Dieses Mal war es das Märchen von dem Prinz, der in ein Biest verzaubert worden war und der Fluch nur durch die Liebe eines Mädchen gebrochen werden konnte, natürlich konnte der Fluch gebrochen werden und der Prinz lebte mit seinen Dienern und dem Mädchen im prachtvollen Schloss weiter, bis sie eben starben, so war es immer in Märchen, es gab nur gute Enden. Elaine erzählte den Kindern immer so etwas, von besseren Welten, versprach ihnen, dass es den Kindern irgendwann besser ginge und dass sie auch irgendwann adoptiert werden würden. Dabei war sie selbst schon seit 15 Jahren hier, am Stadtrand, in dem Waisenhaus, was eine so schöne Lage hatte, aber trotzdem gemieden wurde. Monique selbst lebte hier insgesamt 10 Jahre, aber das lag daran, dass sie ständig von Leuten Adoptiert wurde, wegen ihrer Schönheit, sie war ein richtiges „vorzeige Kind“ geworden und hatte in den Familien auch viele Sachen gelernt, sodass sie das Privileg im Waisenhaus besaß, rechnen, schreiben und lesen zu können. Und sie brachte, wenn sie mal wieder im Waisenhaus war Elaine immer ein Stückchen besser das Lesen bei, bis sie es nun gut genug konnte. Aber die Familien behielten sie nicht lange, sie war ja „anders“, keine Familie könnte zu so einer zeit mit so einem Mädchen als Tochter wohnen. Es war wahrscheinlich der Höhepunkt Frankreichs, da wollte keiner eine Tochter haben, die so „anders“ war, egal, wie hübsch, oder intelligent sie war. Aber natürlich blieb das geheim, niemand wollte zugeben, so jemanden adoptiert zu haben, also wies man sie wieder im Waisenhaus ein. Andere adoptierten sie aber immer weiter, sie wurde schon leicht berühmt, schließlich zeigte man Monique gerne anderen Leuten, um anzugeben und sobald diese Leute erfuhren, dass sie wieder zu haben war, tauchten ganz plötzlich wieder neue Familien auf, die sie haben wollten. Das war aber kein großer Nachteil, sie sah verschiedene Dörfer, Städte und manchmal, wenn man sie wieder zurück brachte, adoptierten die Familien ein anderes Kind und diese man sah sie meist nicht mehr wieder, die anderen waren ja normal. Monique ging hoch, Elaine sollte sie nicht entdecken.
Bald, so dachte Elaine, bald werde ich auch adoptiert werden, wenn Monique mal wieder weg war, werde ich eine neue Familie finden und mein eigenes Märchen erleben. So, wie in den Geschichten.
Sie lächelte, wie immer, nachdem sie den Kinder etwas vorgelesen hatte. „Nun müsst ihr aber wirklich ins Bett, wie versprochen.“ „Können wir nicht noch ein bisschen auf bleiben?“, flehten die Kinder und sahen Elaine mit großen Augen an, aber sie hatte sich schon an diese Augen gewöhnt: „Nein, es tut mir leid, aber ich müsst jetzt ins Bett, Morgen haben wir noch etwas zu tun.“ Damit stand sie auf und wartete, bis alle Kinder aus dem Zimmer waren, auch wenn sie sich noch etwas mit gemeinem flüstern unterhielten. Danach ging sie selber in ihr und Moniques Zimmer, sie wollte mal wieder etwas ruhe haben und nachdenken. Diesmal ging sie zum linken Fenster, sah zum Horizont und ließ ihren Gedanken freien lauf, während die Sonne unterging.
Mein Traum wird sich irgendwo weit weg von hier erfüllen, mit meinem Traumprinz, einem eigenen Haus und ... einer Familie.
Es war nicht das erste Mal, dass sie so etwas dachte, aber sie zählte nicht mit. Wahrscheinlich war Monique hinter ihr, sah ihr zu, wie sie einfach nur in die Ferne starrte und würde kommen, aber natürlich nicht, ohne Ealains Erlaubnis.
Elaine kam die Treppe hoch, das hörte Monique auch schon allein an ihren Schritten. Sie wartete in ihrem Versteck, bis Elaine im Zimmer war und lies ihr dort noch etwas Zeit, sie würde schon merken, wann sie zu ihr konnte. Es schmerzte, so eine Sehnsucht in ihrem Herzen zu tragen und sich trotzdem so zurück halten zu müssen. Es war ihr einfach nicht gestattet und Elaine wollte es auch nicht, das war der eigentliche Grund. Während Elaine von ihrem Traumprinzen träumte, saß sie neben ihrem Bett und sah Elaine nur an, sie war wirklich süß und ihre Träume bestanden bestimmt nur aus Märchengeschichten, wie sehr sie sich doch wünschte, dass sie in Elains Träumen mitspielen könnte, anstatt des Prinzens. Es war gerade Sonnenuntergang, sie würde bestimmt auf das Meer hinaus blicken, schließlich hatte sie schon, als sie die Geschichte vorgelesen hatte, diesen Blick, der in der Ferne die Hoffnung suchte, es war mal wieder ein harter Tag gewesen. Monique ging zu ihrer Zimmertür und sah Elaine an, ihr hellblondes Haar bekam einen ganz leichten orangen Schimmer, von der Sonnendämmerung. Es war ein ziemlich trauriger Anblick, wie sie dort am Fenster stand. Dann, endlich, kaum merklich drehte Elaine ihren Kopf in Moniques Richtung. Sie ging zu ihr, aber stolperte dabei über einen Gegenstand, instinktiv schrie sie kurz auf und schloss ihre Augen. Aber statt auf dem abgenutzten und alten Teppich aufzuprallen, blieb sie in der Luft stehen. „Du kannst deine Augen wieder auf machen, es ist nichts passiert.“ Das war Elains liebliche und sanfte stimme! Und tatsächlich, als Monique ihre Augen öffnete und nach oben sah, blickte sie in Elains klaren, blauen Augen. Elaine zog sie nach oben, sodass sie jetzt nur noch ein paar Zentimeter voneinander entfernt standen. Monique wurde rot, sie wünschte es sich so sehr und um ihre Gedanken nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, trat sie einen schritt zurück und stammelte: „D...Danke.“
Das leichte Kopfneigen, in Moniques Richtung würde ihr verraten, dass sie kommen durfte und natürlich kam sie auch. Aber der kurze Schrei ließ Elaine umdrehen, in Bruchteilen von Sekunden handelte sie und fing Monique auf. „Du kannst deine Augen wieder auf machen.“, sagte sie und zog Monique wieder auf die Beine, diese trat aber einen schritt zurück und bedankte sich nur. Elaine fing an zu lachen. „Weißt du, was in 2 Tagen ist?“, fragte sie, so gut gelaunt, wie noch nie. „N...Nein, woher soll ich das auch wissen?“, antwortete ihr Monique. „In zwei Tagen bist du weg.“, und ich werde adoptiert, vollendete sie den Satz in ihren Gedanken.
Während Monique immer noch ihr Gesicht verbarg, fing Elaine an zu lachen. Sie schien so fröhlich, das irritierte Monique ein wenig und brachte sie dazu, wieder hoch zu schauen. Elaine fragte, ob Monique wüsste, was denn in 2 Tagen sei. Das wusste sie natürlich nicht, nur, dass sie dann bei einer Familie war, die sich angekündigt hatte, um Monique abzuholen. Als Elaine dann antwortete, brach irgendetwas in Monique, Elaine freute sich, dass sie an dem Tag weg war, als wäre sie ein nerviges Ungeziefer. Monique hielt es nicht mehr aus, das lachen, was sie zuvor als eins der wunderbarsten Sachen auf der Welt empfunden hatte, schien sie auszulachen. Monique lief aus dem Zimmer und aus dem Haus, Träenen liefen ihr vom Gesicht und landeten auf dem Boden.
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„Du solltest aufwachen, deine neue Familie ist da“, Elaine hoffe, Monique würde so, wie jeden Morgen verhallten, als wäre nichts passiert, aber anstatt aus dem Bett zu kommen, knurrte Monique sie an und drehte sich mit dem Gesicht zur Wand. „Du hast verschlafen, deine Familie wartet, mir wäre so etwas ja nicht passiert, schließlich steh ich immer ganz früh auf und...“, sie konnte nicht ausreden den Monique unterbracht sie: „ Ja natürlich, dir passiert so etwas ja nie, du bist sowieso die perfekte Person! Du willst eh nur, dass ich verschwinde! Ich geh ja schon, diesmal komme ich nicht wieder!“ Damit stand Monique plötzlich auf und verschwand, anscheinend hatte sie sich am gestrigen Abend nicht mal die mühe gemacht, ihre Sachen zu wechseln. Eigentliche wollte Elaine Monique nur ein bisschen necken, aber anstatt, dass Monique jetzt lachend aus dem Bett stand, etwas freches erwiderte und sich dann noch ein bisschen über ihre nächste Familie lustig zu machen, war sie nur noch saurer. Vielleicht wird sie wirklich nicht mehr wiederkommen, vielleicht war es keine gute Idee, ihr so von meinem Plan zu verraten. Aber in nicht vielen Märchen haben die Prinzessinnen andere Freundinnen. Vielleicht ist es gut so und sie wäre mir nur im Weg,schließlich weiß ich ja, wen sie liebt. Aber hier hin wiederzukommen und dann wieder auf eine Familie zu warten, gehört eigentlich nicht zu meinem Plan, sie kann doch machen, was sie will! Ich mach mir aber trotzdem Sorgen, vielleicht …, vielleicht gehört aber zu meinem Märchen eine Freundin?
Monique war immer noch wütend, wie konnte Elaine so etwas nur sagen?Elains Duft kam ins Zimmer und ihre Schritte kamen näher, Monique schloss wieder die Augen, zwar wusste sie nicht genau wieso, aber sie wollte jetzt nicht, wie eine wache Person behandelt werden. Was Elaine da sagte, hörte sich an, als wäre es so wichtig, wenn sie weg ist“Du musst aufwachen, deine neue Familie ist da“, alles, was sie tun konnte, war etwas zu murren und sich umzudrehen, damit Elaine sie nicht so sah, ihre Tränen. Dann sprach Elaine weiter, schon wieder wurde ihr neue Familie erwähnt, und, dass so etwas ihr nicht passierte. Aber Monique lies sie nicht ausreden, sie wollte nicht weiter hören, wenn Elaine wollte, dass sie geht, würde sie gehen. Das traurige daran, was sie dann sagte, war, dass es stimmte, Elaine war perfekt. Dann floh sie aus dem Zimmer, sie würde sich im Badezimmer kurz ordentlich machen, wenn es frei war, ansonsten würde sie schon einen anderen Raum finden. Unten wartete wirklich schon jemand, die Frau redete mit Chantal, der Gründerin dieses Waisenhaus, sie war mal eine Sängerin gewesen, durfte aber nach einem Unfall nicht mehr auftreten. Nach ihrer Geschichte, war sie auch einmal eine Waise gewesen und hatte sich immer Geld mit kleinen Auftritten verdient, bei kleinen Veranstaltungen, oder einfach an einer Straßenecke. Irgendwann saß mal ein sehr bekannter Mann im Café auf der anderen Seite der Straße und konnte sie hören, demnach saß er noch ein paar Tage danach immer in diesem Café und hörte ihr zu, bis er sie mitnahm, er wurde später ihr Mann. Er kaufte ihr dieses Haus und Schmuck, aber ihr Job stand irgendwann zwischen ihnen, sie musste zu einem Auftritt ins Ausland, er hatte einen wichtigen Auftrag. Als sie wiederkam, lies er sich Scheiden. Sie behielt das Haus, musste aber den Schmuck verkauften, um die Rechnungen für alles zu bezahlen. Es war traurig, fand Monique, am ende blieb Chantal nur ihre Stimme und das Haus .
Der Mann von der Frau stand neben ihr, er versuchte aufmerksam zu wirken, aber wahrscheinlich gingen ihm gerade die neusten Wünsche der Bürger durch dem Kopf. Ja, sie kannte die beiden, der Mann hieß Remi Terble und seine Frau Samantha Terble, die beiden ersten, bei der Revolution. Die beiden fahren in so ziemlich jeder Zeitung, mal als angeklagte, ein anderes mal, als Befreier und noch öfter wegen anderen Geschichten. Monique ging die Treppe runter, begrüßte die beiden mit ihrem schönsten Lächeln und antwortete nur beiläufig, sie machte sich sorgen, um Elaine.
Sie wartete, Monique sollte runter gehen, erst dann konnte sie aus dem Zimmer. Sie setzte sich auf die Treppe, von da aus konnte sie genug sehen. Auf dem Gesicht von Monique fand man kein einziges Anzeichen mehr von Wut , aber, das bedeutete nicht viel, denn in ihren Augen funkelte noch etwas böses, aber auch etwas anderes, undefinierbares. Sie entdeckte auch Chantal, neben der Frau. Chantal hätte ihr Märchen fast geschafft, es war schon halb durch, als die Geschichte aufgehört hat, gut zu sein. Damals, als Elaine die Geschichte zum ersten Mal gehört hatte, war sie zu tiefst enttäuscht und hatte Chantal gefragt, wieso das Märchen nicht gut ausging, aber sie hatte nur geantwortet, dass es gut ausging und dass ihr Leben noch nicht vorbei wäre. Damals hatte sie das bewundert, aber sie sah jeden Tag, wie Chantal nur hier war, oder Einkaufen. Das Märchen würde irgendwann einfach enden, nachdem auf jeder Seite das gleiche geschah. Jetzt tauchte Elaine aber aus ihren Gedanken auf, die anderen kleinen Kinder kamen, um sich von Monique zu verabschieden. Dann ging sie. Elaine kam runter und sah der Kutsche hinterher. Au revoir Monique, ich hoffe, wir sehen uns trotzdem wieder, hab ein gutes Leben und beende dein Märchen.
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„Aufwachen, wir sind da.“, eine spitze Stimme drang an Moniques Ohr, es war die Stimme von Samantha. Monique erinnerte sich, sie hatte sich mit Elaine gestritten und hatte gesagt, dass sie nie wieder zurück kommen würde, dann war sie ohne ein weiteres Wort einfach mit Samantha und Remi Terble mitgegangen. Es war eine ziemlich lange Fahrt gewesen, aber Monique wusste nicht, wo sie waren, die Gebäude rings herum waren alle sehr groß, eine Gegend, der Reicheren. Natürlich, sie hat es doch schon gewusst, also was war dieses unbekannte Gefühl? Das undefinierbare Gefühl hatte sich während der Fahrt verbreitet, langsam, als Monique schlief und erst jetzt konnte sie es fühlen. Dieses Gefühl, was sie so schlecht anfühlte. „Du musst schon raus kommen, oder willst du etwa mit der Kutsche zurück fahren?“, Samanthas Frage hörte sich eher, wie ein Kommando an, dem man sich nicht widersetzen sollte. Zurück? Sie konnte nicht mehr zurück. Eine feste Hand griff nach ihrer Hand und zog sie aus der Kutsche, es war Samanthas Hand, auch wenn man denken könnte, es wäre die von einem Mann. „Nun komm schon, wir erwarten Besuch!“, irgendetwas hatte sich in ihrer Stimme verändert, aber Monique blieb keine Zeit, um darüber nachzudenken, sie wurde von zwei Hausmädchen gepackt und in einen Raum gebracht.
Es war bereits früh am Abend, als Elaine beschloss, wieder ins Haus zu gehen. Sie wusste nicht einmal den Grund, wieso sie seit Moniques Abreise draußen stehen geblieben war. „Elaine, liest du uns jetzt eine Geschichte vor?“, Isabelle sah Elaine mit ihren großen Augen an, sie war bereits 8 und würde ein ein paar Wochen 9 werden. Vor ein paar Jahren wollte Isabelle, dass Monique ihr die Bibel Stück, für Stück vorlas, das hatte Monique auch getan. Isabelle hatte versucht, sie auswendig zu lernen, aber letzten Endes gab sie auf und merkte sich nur die wichtigsten Stellen, aber seither betete sie jeden Tag und jede Nach mindestens einmal. „ja, natürlich, holst mir doch schon mal ein Märchen, dass ihr hören wollt.“, Elaine legte den Kopf etwas schief und lächelte, das war ihre Methode, um alles schlechte und traurige für einige Zeit zu vergessen. Während sie sich auf die Bank setzte und ihr Essen betrachtete, hörte sie im Hintergrund, wie die Kinder sich stritten. Es war kein großer Streit, es ging nur darum, welches Buch sie vorlesen sollte, trotzdem kam es manchmal dazu, dass ein der Kinder weinend zu ihr gerannt kam. Diesmal aber konnten sie sich einigen, sie wollten das Märchen “Cendrillon, ou la petite pantoufle de verre “ vorgelesen bekommen. Elaine war glücklich, auch in diesem Märchen fand ein armes Mädchen ihren Prinzen, indem sie ihren gläsernen Schuh verlor.
Monique wurde in ein enges Korsett gesteckt, nachdem sie gebadet wurde, als könnte sie es nicht selbst. Dann zog man ihr ein weißes Kleid an, bei dem man eine Band um ihre Taille band, es war ebenfalls weiß. Man machte ihr noch ein Band, als Kopfschmuck ins Haar, dass aussah, wie eine Blume, auch das band war weiß, man wollte sie unschuldig und rein wirken lassen. Elaine hätten diese Sachen besser gestanden, als mir. Selbst jetzt, wo Monique wahrscheinlich über Dörfer und Städte von Elaine entfernt war, tat der Gedanke an ihr immer noch weh. Aber es stimmte, durch ihre Schwarzen Haaren, sah sie mit dem weißen Kleid schon schön aus, aber Elaine würde wie ein Engel aussehen. Schlussendlich bekam Monique noch weiße Schuhe mit einer kleinen goldenen Verzierung. Samantha kam rein, begutachtete sie von allen Seiten und packte sie dann an der Hand, um sie mit zu nehmen. „Hör zu, du bist wirklich ein schönes Kind und ich habe von dir viel gutes gehört.“, Samantha schien nervös zu sein. „Ich danke ihnen.“, automatisch sprach Monique nun höflich. „Ich war noch nicht fertig! Lass mich ausreden.“, der Blick von Samantha richtete sich stur geradeaus, „Zur jetzigen Zeit findet hier ein Ball statt, dort wird ein wichtiger Fürst auf uns warten, ich habe ihm von dir erzählt. Er hat einen Sohn in deinem Alter, wenn alles gut läuft wirst du ihn Heiraten.“ Monique konnte nichts erwidern, vor ihnen ging eine große Tür auf, in einen großen Saal voller Menschen.
Das gewohnte Lächeln, die gleiche Stimme, wie immer, und doch schien es ihr fremd zu sein, ihr Lächeln, ihre Stimme, waren es wirklich ihre, oder gehörten sie zu einer Person, die vorgab, sie zu sein? Elaine brachte die Kinder zu Bett, danach ging sie ans Fenster, zum rechten, sie wusste nicht genau wieso, denn sonst ging sie immer ans linke. Aber heute wollte sie nicht aufs Meer blicken, sie wollte über die Wiesen sehen, den Weg und den Bach mit den Augen verfolgen, bis es nicht mehr möglich war. Monique... Ihre Gedanken schweiften ab, sie wollte doch eigentlich nicht an sie denken, etwas machte sie traurig, wenn sie das tat. Sie hat es garantiert falsch verstanden, sie konnte es doch nur falsch verstanden haben, es gibt keinen anderen Grund, wieso sie sonst wütend sein konnte. Elaine hoffte, dass sie sich wiedersehen würden, sie und Monique und dann wären sie beide ein Teil in einem Märchen und sie hatte ihren Prinzen. Und Monique? Elaine wusste doch, dass es für Monique nie in frage kommen würde, einen Prinzen zu suchen. Würde Monique dann einfach nur bei mir sein, um zu sehen, wie ich mein Märchen beende? Nein, dass konnte Elaine nicht zulassen, dann war es doch besser, sie würden sich nicht mehr sehen. Morgen würde sie sowieso abgeholt werden.
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Als sie da waren, konnte Elaine nur staunen, das Anwesen der Familie, war riesig! Die Familie hatte 10 Gärtner, 7 Köche, 2 Kellner, 16 Zofen, 3 Berater und 11 Hofdiener. Und alle kamen, um sich ihr vorzustellen, so viel Aufmerksamkeit hatte sie noch nie bekommen. Sieh dich mal genau um, Elaine, ist es das wirklich, was du willst? Sie hörte diese Stimme in ihren Kopf und sie kam ihr bekannt vor. Elaine wollte sie ignorieren, aber die Andeutung, dass etwas nicht stimmen würde, machte sie unsicher. Sie sah sich um, sie wohnte nun in einem riesigen Haus, mit Bediensteten, die sich um sie kümmern würden, einer scheinbar netten Familie, nun fehlte nur noch der Prinz. Ja, das will ich. Dieses Leben hab ich mir gewünscht und nun bekommen. Mir fehlt es hier an nichts. Plötzlich verspürte Elaine einen leichten Stich im Herzen. Sie spürte, dass etwas ganz kleines plötzlich in ihr fehlte. „Elaine? Ist mit dir alles in Ordnung? Du siehst so blass aus.“, es war Isabelle, die zu ihr sprach, ihre neue Mutter, Isabelle de Chien. Sie nahm Elaines Hand, sodass Elaine sich nicht mehr darauf konzentrieren konnte, was plötzlich verschwunden war. Isabelle nahm ihre andere Hand und legte sie auf Elaines Kopf. Durch diese unerwartete Geste musste sie aufblicken, als Reflex, aber vielleicht auch, um zu sehen, wieso Isabelle das tat. Elaine machte sich auf das schlimmste gefasst, während die sie den Kopf in Sekunden nach oben drehte. Die zeit ging nicht vorbei und ihre Gedanken waren schneller, als die Sekunden, verschiedene Möglichkeiten, wie Isabelle aussehen würde gingen ihr durch den Kopf, denn bisher hatte sie sich noch nicht getraut in ihr Gesicht zu schauen.
Aber Isabelle's Gesicht war perfekt, in einer eigenen Art.
Monique lachte über den schlechtesten Witz, den sie je gehört hatte. Sie unterhielt sich mit Marlon, den Jungen, den sie wahrscheinlich heiraten sollte. Sie wollte nicht, aber was sollte sie schon machen? Sie konnte nicht zurück, sie wollte, dass Elaine glücklich wird und Monique stand ihr dabei im Weg. Also blieb nur noch eine Möglichkeit, sie blieb bei Samantha, wo auch sonst, und um sie nicht zu verärgern, würde sie diesen Jungen heiraten.
„... zudem besitzt mein Vater noch Häuser in Toulon und Paris!“, Marlon betonte Paris sehr deutlich, damit Monique beeindruckt war. Sie war es nicht, trotzdem spielte ihr Gesicht gekonnt eine Überraschung wieder. Ihr Gesicht konnte vieles spielen und es konnte vieles verdecken, es konnte auch die Liebe zu Elaine verdecken, die Trauer, dass sie wieder so weit weg von ihr war und die Leere, die ohne Elaine zurückblieb. Marlon schien mehr zu erwarten, als nur einen Gesichtsausdruck, erwartungsvoll blickte er Monique an. „Oh, ist es denn schön in so einer großen Stadt?“, sie ließ einen leichten Hauch von Kindheit in ihrer Stimme, damit die Frage wirklich interessiert klang. „Nein, zur Zeit gibt es viele Streitereien dort, die Bürger lehnen sich immer mehr gegen Ludwig XVI auf. Sie haben ein Problem damit, dass der Kaiser so viel bestimmen darf. Also, meiner Meinung nach ist mit den Gesetzen alles in Ordnung.“, Marlon hatte eine ziemlich arrogante Stimme, sie gefiel Monique nicht. Er wusste nicht einmal, wie es war, dem ärmeren Teil Frankreichs anzugehören, natürlich konnte er so etwas sagen. „Wenn du willst könntest du mal mitkommen, wenn wir wieder nach Paris fahren, dann zeige ich dir die Stadt. Der Kaiser hat sowieso einen Generalstand einberufen, da muss mein Vater hin. Ich darf zwar nicht mitkommen, aber dafür hat er gesagt, dass er mit mir in ein anderes Land fahren wird.“, Marlon war wirklich verwöhnt, aber was konnte man anderes erwarten?
Elaine Zimmer war einfach nur riesig, es lag im zweitem Stock und hatte an zwei Seiten Fenster, sodass sie Morgens den Sonnenuntergang sehen konnte und Mittags, wie die Erwachsenen Tee im Garten tranken. In diesem Zimmer war alles so groß und es gab von allem so viel, sie hatte ein riesiges Bett, tausende von Puppen, mehrere Schränke und Spiegel. Es gab sogar ein Badezimmer nur für Elaine. Isabelle schaute Elaine zu, wie diese alles bestaunte und anfassen musste. „Was für ein schönes Mädchen du doch bist.“, flüsterte sie. Elaine zuckte leicht zusammen, das hatte noch niemand zu ihr gesagt. „D.. danke...“, Elaine blickte nicht zu Isabelle, weil sie ihr rotes Gesicht versteckte. Wie es wohl Monique geht?Nein! Sofort verbannte Elaine diesen Gedanken, sie wollte nicht mehr an Monique denken. Sie wird glücklich werden, genauso, wie ich. Redete sich Elaine ein.
„Soll ich dir jetzt den Rest des Hauses zeigen?“, Isabelle befreite Elaine von ihren Gedanken mit ihrer sanften uns zarten Stimme. „Ja, gerne.“, Elaine lächelte, sie wollte jetzt wirklich nicht an so etwas denken. Das Haus war wirklich riesig, es gab eine große Küche, ein Esszimmer für viele Personen, ein paar Arbeitszimmer, ein Wohnzimmer mit Kamin, einen Ballsaal mit vielen Kronleuchtern, der in den Garten hinaus führte und für jeden Bediensteten ein Schlaf- und Badezimmer. Der Garten hatte einen Teich mit Bänken drum herum, etliche Rosensträucher und genug Platz, um eine große Anzahl an Menschen unterzubringen.
Die Treppe, die zum Garten hinausführte erinnerte Elaine ein bisschen, wie die Treppe in dem Märchen “Cendrillon, ou la petite pantoufle de verre“, auf der das arme Mädchen in hübschen Kleidern ihren Schuh verloren hatte und der Prinz den Schuh an jedem weiblichen Fuß in seinem Königreich anprobieren lies. Wer weiß, vielleicht würde Elaine ihren Prinzen während eines Balls auf dieser Treppe finden. „Es war ein langer Tag, du solltest dich erst einmal ausruhen“, riet ihr Isabelle. „Ich danke ihnen“, für alles. Setzte Elaine in ihren Gedanken fort.
Der Ball war vorbei, Samantha sagte, dass sich Monique mehr anstrengen sollte, weil die Beziehung sehr wichtig für die Familie sei, zu der Monique nicht mal richtig gehörte. Und so dolle sich in ihr die Rebellion gegen diese Frau meldete, des so schmerzhafter wurde der Gedanke daran, dass sie nirgendwo anders hin konnte. Nachdem Monique ausgekleidet wurde, legte sie sich ihr neues Bett. Natürlich war es weich und gemütlich, aber sie konnte trotzdem nicht einschlafen. Der Raum war viel zu groß, es würden alle Waisenkinder aus ihrem Heim hier reinpassen, doch stattdessen stand außer dem Bett nur noch eine Kommode drin. Was für eine Platzverschwendung. Alles war so friedlich und leer, kein gleichmäßiges atmen, kein schlafendes Mädchen auf der anderen Seite des Zimmers, nur das viel zu helle Mondlicht, das den Raum noch leerer erschienen ließ. Monique fing an zu schluchzen, der Tag war so furchtbar lang gewesen, es sind viel zu viele Sachen gleich hintereinander passiert und nun konnte sie es nicht mehr halten. Ihre kleine, aber friedvolle Welt war zusammengebrochen und gleichzeitig kam sie in eine fremde, unfreundliche viel zu große Welt, in der sie eigentlich keinen Platz hatte. Wäre Elaine hier, würde sie von einem Märchen erzählen, das genauso schlimm anfängt, doch damit endet, dass der Prinz die gefangene Prinzessin befreit. Elaine konnte mit ihren Geschichten jede Trauer nehmen, das vermisste sie. Noch gestern war alles okay, noch gestern hatte Monique, wie jeden Abend Elain's Geschichte heimlich zugehört, doch das war nun vorbei. Monique weinte, bis sie einschlief.
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